KURSINHALT

Atmung und Kohlendioxid

Äußere und innere Atmung und was sie bewirkt

Die äußere Atmung dient dazu Sauerstoff in die Lunge zu schaffen. Die innere Atmung, bringt den Sauerstoff aus der Lunge über das Blut in die Zellen und das dient der Verbrennung von Nährstoffen und damit der Energiegewinnung. Das Endprodukt dieser Zellatmung ist Kohlendioxid (CO2) und Wasser. Hieraus entsteht wichtiges Bikarbonat das unser Körper zur Pufferung des Blutes braucht, auch Säure-Basen Haushalt genannt. (Andere Organe im Körper, wie die Niere gehören auch zum Pufferungssystem). Diese Pufferung ist für uns lebensnotwendig.

Wichtige Aufgaben von Kohlendioxid (CO2)

  • Das Bikarbonat-Puffersystem beeinflusst den Säure-Basenhaushalt des Körpers und ist dabei ganz wichtig um pH- Schwankungen im Blut zu puffern. Das wird vorzugsweise über die Atmung gesteuert.
  • CO2 beeinflusst die Bindungsstärke von Sauerstoff an das Hämoglobin im Blut, zu viel Sauerstoff und zu wenig Kohlendioxid verhindern, dass in den Zellen genügend Sauerstoff ankommt
  • CO2 hat eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur um Atemwege und Blutgefäße. Asthmatiker atmen meistens zu schnell (hyperventilieren), atmen da-durch zu viel Sauerstoff ein und zu viel Kohlendioxid aus. Das fehlende Kohlendioxid führt zu verkrampften Muskeln in den Bronchien. Der Teufelskreis beginnt.

 Das Atemzentrum steuert die Atmung

Das Atemzentrum im Gehirn steuert die Atmung in erster Linie nach dem Kohlendioxidgehalt im Blut. Erst wenn der Sauerstoffpartialdruck im Blut sehr deutlich abgesunken ist, treibt das Atemzentrum die Atmung aufgrund des Sauerstoffmangels an. Deshalb ist das Gefühl von Lufthunger nicht gleichbedeutend mit Sauerstoffmangel im Körper. Hyperventiliert man nun, wie bei Asthma, über einen längeren Zeitraum, kommt es zu einer schleichenden Veränderung der Atemsteuerung. Der Körper gewöhnt sich an den gesunkenen CO2-Gehalt und das Atemzentrum reguliert nun die Atmung so, dass Lufthunger schon bei niedrigen CO2-Werten gefühlt wird und das führt zu schneller, verstärkter Atmung.

Durch die spezielle Buteyko Atmung, die mehr CO2 für die Entkrampfung der Atemwege und Blutgefäße erlaubt kann auf Dauer das Atemzentrum umgestellt werden, indem wieder normale CO2- Werte toleriert werden. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit.

Grundlagen – warum weniger atmen besser ist

Chronische Hyperventilation

Chronische Hyperventilation (schnelles, kräftige Atmung) hat prinzipiell Auswirkungen in allen Organsystemen, da Kohlendioxid (CO2) eine zentrale Rolle bei allen Stoffwechselvorgängen spielt.

 Asthma – ein Abwehrmechanismus?

Dr. Buteyko verstand bronchiales Asthma nicht in erster Linie als Krankheit, sondern vor allem als physiologischen Abwehrmechanismus.

Bei der (asthmatischen) Hyperventilation gibt es einen Mangel von CO2 in den Zellen, im Blut und in der Luft der Lungen. Ohne CO2 funktioniert der Stoffwechsel nicht. Der Spasmus in den Bronchien ist einer der Mechanismen, um den Verlust von CO2 in den Lungen zu verhindern. Daraus folgert Buteyko, dass Asthma keine Krankheit ist, sonder eine körperliche Reaktion auf einen verminderten CO2 –Pegel in den Lungen. Diese Störungen lassen sich alle mit einer Normalisierung der Atmung, weniger Sauerstoff ein und mehr „Abfall“ aus wieder bessern, sagt Buteyko. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen!

Buteyko hat die Wirksamkeit seiner Methode ausschließlich mit der Erhöhung des CO2 Spiegels erklärt. Nach heutigem Wissensstand spielen wahrscheinlich aber noch weitere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Stickstofftheorie.

Nasenatmung

Es ist wichtig, nur durch die Nase ein- und auszuatmen

  • die Nase ist zum Atmen, der Mund zum Essen da
  • die eingeatmete Luft wird befeuchtet und auf Körpertemperatur erwärmt
  • Staub, Keime und Pollen werden gefiltert und gelangen so nicht in die Lunge
  • die Luft in den Nasennebenhöhlen wird bei der Nasenatmung besser ausgetauscht als bei der Mundatmung. Das beugt einer bakteriellen Infektion vor
  • durch die Nase kann man nicht so leicht hyperventilieren

 

Die Nase ist zugeschwollen, was nun?

  • Körperliche Aktivität mit Nasenatmung bei geringer Schwellung
  •  Verlängerte Pause (VKP, siehe weiter unten)
  • Wiederholte Kontrollpause mit anschließender Luft-Wunsch-Atmung
  •  Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung oder Emser Salz

 

Den Mund zukleben

Viele Menschen atmen nachts mit geöffnetem Mund, das trocknet die Schleimhäute in Mund und Kehle aus. Das erhöht das Hyperventilationsrisiko und verstärkt das Zuschwellen der Nase und die Entwicklung von Asthmasymptomen.

Solange Sie Buteyko-Atemübungen machen, steuern Sie Ihre Atmung bewusst, während der Nacht übernimmt Ihr Atemzentrum wieder die Steuerung. Solange das Atemzentrum nicht auf den neuen, besseren CO2-Wert eingestellt ist, werden Sie eventuell durch den geöffneten Mund atmen und verstärkt hyperventilieren. Das kann dazu führen, dass Ihre Atemübungen während des Tages umsonst waren.

Mit zugeklebtem Mund atmen Sie auch im Schlaf etwas weniger, verhindern das unangenehme Austrocknen und vermindern so die verstärkt auftreten Asthmasymptomen in den frühen Morgenstunden. Der Mund wird nur soweit zugeklebt, dass die Lippen geschlossen bleiben, Sie aber zu jeder Zeit noch durch den Mund Luft holen können!

In der Apotheke bekommen Sie ein hautfreundliches Pflaster (Leukopor), mit dem Sie sich die Lippen zukleben können. Kleben Sie Ihren Mund nicht zu: nach Alkoholgenuss, bei Übelkeit und nach der Einnahme von Schlafmitteln.

Bitte nur nach Einweisung zukleben.

 

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